Hallo,

ich bin es wieder, Ihr Unternehmergeist.

In der letzten Kolumne hatte ich versprochen, ich würde darauf eingehen, wie man seine Aussicht auf Erfolg erhöhen kann – und dies nur indem man an seiner inneren Haltung verändert.

Viele Gewerbler spürten im Jahre 2005: Das Schicksal lässt sich nicht beeinflussen. Nach einer der verheerendsten Hochwasserkatastrophen der Schweiz waren viele Unternehmen ruiniert. So sah es auch in der Firma Ihres Unternehmergeistes im Matte Quartier in Bern aus – die Werkstatt war mit einer dicken Schlammschicht bedeckt, Maschinen standen still und die Mitarbeiter mussten sich über Boote vor den Wassermassen retten. Was tun?

Gerne erzähle ich dazu eine kurze Geschichte: Ein alter Indianer sass mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.

Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: «Weisst du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend. »

«Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen? », fragte der Junge neugierig.

«Der Wolf, den ich füttere», antwortete der Alte.

Wahrscheinlich hätten nach der Hochwasserkatastrophe viele aufgegeben. Aber eben: Das Schicksal kann man nicht beeinflussen, das Denken hingegen schon. – Wie dies der alte Indianer treffend ausdrückte. Ich habe mich nach dem Schock aufgerappelt, meine Konsequenzen gezogen und aus der Not eine Tugend gemacht.

Als Betroffener habe ich begonnen, Artikel für den Hochwasserschutz zu verkaufen und mich über die neuen Maschinen gefreut, anstatt über die aufgelaufenen Kosten zu jammern. Ich habe mich damals entschieden, mein Herz positiv auszurichten, die Chance zu packen und nicht nur den Maschinenpark zu erneuern, sondern auch die Prozesse und die Firmen-Philosophie zu überdenken und anzupassen. Es ist wie Max Frisch es sagte: «Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. »

Wie und warum ich damals die Risiken neu beurteilt habe und was mich dazu bewogen hat, meine Notfallplanung zu überdenken, erzähle ich dir auf jeden Fall auch noch – in der folgenden Kolumne.

Bis bald, Dein Unternehmergeist, Karl Zimmermann

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