Am Beispiel des Gastgewerbes, das in den vergangenen zwei Jahren sehr unter der Pandemie und den damit verbundenen Massnahmen und Einschränkungen litt, lässt sich aufzeigen, wie  Innovation am Arbeitsmarkt gelebt wird.

Der Fachkräftemangel ist in der schweizerischen KMU-Landschaft in aller Munde und wird je länger je mehr zu einem echten Problem. Die Betriebe sind gezwungen innovativ zu werden, um die Mitarbeitenden einerseits zu halten und andererseits neue rekrutieren zu können. Es herrscht seit sehr langer Zeit wieder ein Arbeitnehmenden-Markt. Das heisst, es gibt mehr offene Stellen als
Stellensuchende. Das ist eine interessante, aber auch herausfordernde Ausgangslage. Wo die Personalsuche in den letzten Jahren noch um einiges leichter fiel, steht heute ein Wettbewerb der Arbeitgebenden an. Rund 50% der Betriebe aller Branchen bestätigen, dass es schwer bis sehr schwer fällt, qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Die Arbeitslosenquote lag in den letzten zwanzig Jahren nicht mehr so tief wie heute.

Augenmerk auf Generation Z

Hinzu kommt ein Generationenzuwachs, der ein Umdenken und entsprechendes Handeln fordert. Die Generation Z sind jene jungen Menschen, die zwischen 1997 und 2010 geboren wurden und mit Smartphone & Co. aufwuchsen. Diese Bevölkerungsgruppe tickt anders als die vorangegangenen Generationen: Baby Boomer, Generation X und die sogenannten Millennials, die Generation Y. Die Unternehmen müssen den Spagat zwischen den verschiedenen Wertesystemen der Generationen innerhalb der Belegschaft schaffen und in der Lage sein, allen Gruppen gerecht zu werden. Ein spezielles Augenmerk sollte jedoch der Generation Z gewidmet werden, da sie doch die Zukunft der Wirtschaft darstellt.

Die Mitarbeitenden sind zweifelsohne und branchenunabhängig das zentrale Element für den Erfolg von Unternehmen. Wem das bisher noch nicht bewusst war, dem wird spätestens jetzt klar, dass gute und treue Mitarbeitende einen enorm hohen Stellenwert haben. Aber was tun, um Mitarbeitende zu halten und neue zu finden? Das Patentrezept gibt es sicherlich nicht. Dennoch gibt es einige Faktoren, auf die Arbeitgebende achten und diese umsetzen sollten.

Hotellerie: Ungebrochener Pioniergeist…

Am Beispiel des Gastgewerbes, das in den vergangenen zwei Jahren sehr unter der Pandemie und den damit verbundenen Massnahmen und Einschränkungen litt, kann wunderbar aufgezeigt werden, wie Innovation am Arbeitsmarkt gelebt wird. Die Branche verlor überdurchschnittlich viele Mitarbeitende, da deren Arbeitsplatzsicherheit über längere Zeit ungewiss war – trotz allen
Unterstützungen des Bundes.

So ergibt sich aus der Not eine Tugend. Die Schweizer Hotelièren und Wirte gehen das Problem an und scheuen keine Hindernisse, um Innovation zu leben. Dem Pioniergeist, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Schweizer Hotellerie prägt, ist keine Hürde zu gross. So unterschiedlich die Herausforderungen seither gewesen sind, so innovativ und erfolgreich waren die Lösungen.

…jetzt auch punkto Arbeitsgestaltung

Bisher punkto Arbeitsgestaltung wohl eher konservativ und mit starren hierarchischen Organisationsstrukturen, weht in der Hotellerie nun ein völlig neuer Wind. Die ersten haben bereits neue Arbeitszeitmodelle ausgearbeitet und die Zimmerstunde abgeschafft oder die Viertagewoche beim Vollzeitpensum erfolgreich getestet. Es wurden Quereinsteigerprogramme auf die Beine gestellt und die bereits vorhandenen kostenlosen Weiterbildungsmöglichkeiten weiter gefördert. Andere leben seit Jahren schon eine möglichst flache Organisationsstruktur, in der Mitarbeitende sich einbringen und Verantwortung übernehmen können. Sie zeigen, dass sie sich für Ihre Mitarbeitenden interessieren und fördern sie, um eine möglichst hohe Mitarbeitendenzufriedenheit zu erzielen.

Bei der Rekrutierung kommt es auf das Gesamtpaket an.

Doch was, wenn die Belegschaft weit entfernt von komplett ist? Bei der Rekrutierung kommt es auf das Gesamtpaket an. Angefangen bei einem ansprechenden Inserat, über den Umgang mit den Bewerbenden bis hin zum persönlichen Interview und der Einstellung. Der Rekrutierungsprozess ist allerdings viel mehr als ein isolierter Arbeitsablauf von verschiedenen Schritten. Authentische und gelebte Unternehmenswerte, das Image, die Anstellungsbedingungen und Karrieremöglichkeiten sowie ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit bestehenden und potenziellen Mitarbeitenden bilden nur die wichtigsten einer Vielzahl an Faktoren, die den Anstellungsprozess begünstigen und mit denen Mitarbeitende gewonnen werden können.

Die Generation Z jedoch wird nicht bloss mit interessanten und gelebten Unternehmenswerten, einem guten Betriebsklima und einer coolen Uniform gewonnen und gehalten. Diese Arbeitnehmendengruppe fordert zudem grosse Flexibilität für eine hervorragende Life-Balance, eine transparente Kommunikation und Integration, Karrierechancen und last but not least den Einsatz von neuesten Technologien und Trends.
Arbeitgebende aller Branchen sind also gefordert, mit der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung Schritt zu halten und innovative Strategien zugunsten ihres Personals – was schliesslich zugunsten ihrer Firma ist – zu entwickeln.

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Madeleine Na, Partnerin und HR-Coach
KMU Nachfolgezentrum

Region Nordwestschweiz
E-Mail: mn@kmu-nachfolgezentrum.ch
Telefon: 078 897 23 70

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