Führen bei einer Geschäftsübernahme in turbulenten Zeiten 

Das KMU, eine Malerei bestand seit dreissig Jahren. Die Auftragslage war hoch und die Einzelfirma genoss den Ruf zuverlässig und professionell zu arbeiten. Ein eingespieltes Team von drei langjährigen Mitarbeitern und zwei Lernenden arbeitete in diversen Liegenschaften und Neubauten. Alles ging seinen gewohnten Gang und niemand erwartete grössere Veränderungen.   

Doch wie gehen wir damit um wenn etwas Unerwartetes geschieht und Turbulenzen bevorstehen? Sehen wir uns dies am Beispiel einer Geschäftsübernahme an, dem ein Todesfall vorangeht. 

Der Patron war 61-jährig als er die Diagnose Krebs erhielt. Kurz darauf erlag er seiner Krankheit. Die Malerei wurde von einem Tag auf den anderen von seiner Tochter übernommen. Dies tat sie zu einem Zeitpunkt, an dem sie nicht wusste, wie es um die Unternehmung stand.Die Mitarbeiter und Lernenden haben nicht nur ihren Chef verloren, sie waren auch unsicher was in der Zukunft passieren würde. Die Nachfolgeregelung war unklar. Konnte die Tochter das Geschäft weiterführen? War einer der Mitarbeiter bereit das Geschäft zu übernehmen? Die Tochter hat die Malerei nach dem Tod des Vaters ohne fundiertes Fachwissen und ohne operative Erfahrung im Bereich Leadership übernommen. Sie trug die Verantwortung für das Team, hat sich um Aufträge gekümmert und alle administrativen Belange erledigt. Nach einer Bestandesaufnahme durch die Tochter konnte folgendes festgehalten werden: 

Auf der einen Seite war die Auftragslage gut, jedoch fehlten die finanziellen Mittel um den Betrieb aufrecht zu halten. Es kamen diverse Probleme ans Licht. Der Patron hatte einen letzten grossen Auftrag offeriert, den seine nun Tochter erhalten hat. Dieser hat vorübergehend Zeit und Geld beschafft. Die Tochter bemerkte rasch, ohne Unterstützung geht es nicht weiter. Ein Bekannter und ehemaliger Manager, hat als aussenstehende Person versucht die Beteiligten so gut es ging zu unterstützen. 

Die Struktur im KMU war klar gegeben. Der Patron führte den Betrieb mit viel Herzblut und als Patron alter Schule. Er hatte alles im Kopf, kannte die Kunden und konnte mit seiner ruhigen Art und Weise viele Erfolge erzielen. Es war ihm und den Mitarbeitern sehr wichtig den Fokus auf das Fachwissen zu richten.  

Dabei hat sich die Tochter in dieser Situation des Change folgende Frage gestellt: Wie wichtig waren in dieser Situation die Eigenschaften, Fachwissen, Ruhe und Empathie.
Ruhe und Empathie konnte die Tochter vorweisen, jedoch kein Fachwissen. Weiter stellte die Tochter sich die Frage ob sie das Geschäft allein weiterführen soll oder einen Geschäftsführer suchen soll. 

Wie sie sich entscheidet; Fortsetzung folgt im zweiten Teil « Entscheidungen treffen»

Cornelia Werren

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